12. April 2024

Herz-Kreislaufsystem und Umwelt

Es werden international und national verstärkt Anstrengungen unternommen, dem drohenden menschengemachten Klimawandel mit Anstieg der globalen Umgebungstemperatur auf über 2 Grad Celsius entgegenzuwirken. Es kann aber nach übereinstimmender Ansicht der Wissenschaftlicher nicht ausgeschlossen werden, dass der Klimarat-Empfehlung (Paris 2015) auf eine Begrenzung von maximal 1,5 Grad aus verschiedenen Gründen nicht nachzukommen ist. Die globale Erwärmung wird also wohl kommen, Ausmaß und Zeitpunkt sind weiterhin unklar. Diskutiert werden Häufungen von Hitzewellen, Wetterkatastrophen, Feinstaubbelastungen und Extremwetterlagen auch in unseren Breiten.

Daher kann neben dem weiterhin geltenden Zwang zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes – so schwierig der zu sein scheint – eine weitere entscheidende Massnahme nicht unterdrückt werden, nämlich die Massnahmen oder das Massnahmenbündel der Klimaanpassung. Hierbei geht es um Umweltveränderungen, Bepflanzungsaktionen, Architekturaktivitäten u.v.m. Es geht aber auch um Krankheitsvermeidung, denn eine der wichtigen Konsequenzen des Klimawandels sind die klimatischen Rückwirkungen auf die menschliche Gesundheit.

Soll der Planet weiter bewohnbar bleiben, muss auch in dieser Entwicklung Prävention und Rehabilitation einen wichtigen, ja einen herausragenden Platz haben. Denn Prävention und Rehabilitation bedeuten immer auch Anpassung der Krankheitsentwicklung an die Umweltbedingungen.

Klimatisch sind vor allem die sich erwärmenden Umgebungstemperaturen gemeint, also Temperaturen mit dauerhaften Anstieg und eben auch ausgeprägte Hitzewellen. Diese haben einen umfassenden Effekt auf unsere Gesundheit und auf unsere Lebenserwartung. Sie haben auf Krankheitsveränderungen, das Auftreten bekannter und unbekannter Krankheiten eine ganz wesentlich Auswirkung.

Es ist also unter anderm die Frage zu beantworten, wie man diesen negativen Effekten entgegenwirkt und die notwendige Anpassung organisiert, und unserem Fall mit Blick auf die Reaktionen und das Verhalten des Herzkreislaufsystems unter andern Umgebungsbedingungen und unter Extremsituationen. Hier spielen neben dem kindlichen Organismus bei den Erwachsenen chronische und Vorerkrankungen eine große Rolle.

Dass das Thema kardiologisch sehr relevant geworden ist, zeigt die diesjährige DGPR-Jahrestagung in Berlin (23.-24-6-2023). Dort wird dem Klimawandel und dessen Auswirkung auf Herz und Kreislauf großer Raum gewährt:

Auswirkungen von Umweltbelastungen auf kardiovaskuläre Erkrankungen: gesichert oder vermutet?
Was müssen wir bei Extremberufen und Sport beachten?
Macht moderne Arbeit krank? Arbeitswelten im Wandel
Beispiele

Die Tagung ist leider online nicht verfügbar.

Wir werden daher im Folgenden auf solche Erkrankungen eingehen, die bezogen auf den Klimawandel und dessen Wirkung auf körperliche Aktivität kardiologisch relevant sind:

  1. KHK
  2. Herzinsuffizienz
  3. Herzrhythmusstörungen

Diese werden wir auch geschlechterspezifisch abhandeln, da es inzwischen begründet ist, dass das Herz-Kreislaufsystem der Frauen grundsätzlich anders reagiert als das des Mannes.

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