28. Februar 2024

Die koronare Herzkrankheit: der Herzinfarkt

ZEIT IST MUSKEL

Die führende Symptomatik eines Herzinfarkt-Verdachts ist meist ein schwerer Angina pectoris-Anfall von mehreren Minuten Dauer!
Die einzig zielführende Therapie ist die der Wiedereröffnung des Kranzgefäßes in einer bestimmten Zeit.
Daher ist es wichtig, dass der Patient so schnell wie möglich (< 3 h) in ein geeignetes Krankenhaus kommt, in dem Herzkatheteruntersuchungen mit Koronarangiografie durchgeführt werden können.

Ursache: plötzlicher Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch Thrombose einer Engstelle. Diese arteriosklerotische Verengung kann an der Oberfläche “aufbrechen” und die Thrombose einleiten.

Symptome
Todesangst
Schweißausbruch
Herzklopfen
Luftnot
Kreislaufversagen, -stillstand: Ohnmacht

Diagnose

Diese besteht aus den Elementen

Anamnese (Vorgeschichte):

Beim ersten Arztkontakt (Besuch in der Sprechstunde, Notaufnahme, Notarzt) ist die Vorgeschichte des Patienten von großer Bedeutung, damit die entsprechenden Diagnose- und Therapieschritte eingeleitet werden können.

  • Unterlagen: Vor- Begleiterkrankungen, OPs, komplette Liste der regelmäßig eingenommenen Medikamente
  • Schilderung des Schmerzanfalls: Dauer, Auslösung, Lokalisation, Intensität
  • sonstige Auffälligkeiten: Schwindel, Ohnmacht, Lähmungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen

In Zukunft kann die elektronische Patientenakte EPA hier wertvolle zusätzliche Aufschlüsse geben.

EKG:

Das typische EKG eines akuten Herzinfarkts ist das früheste Zeichen der Erkrankung und die unverzichtbare Primär-Untersuchung. Sie zeigt in bestimmten Ableitungen die so genannten ST-Hebungen, die auch eine vorläufige Lokalisation des Infarktgebiets gestatten (Vorderwand, Hinterwand). Diesen Typ nennt man daher auch ST-Hebungs-Infarkt (STEMI).
Dem gegenüber steht der Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI), bei dem unspezifische EKG-Veränderungen auftreten und der vor allem durch Laboruntersuchungen (CK-MB, Troponin) diagnostiziert werden kann.

Labor:

Zur Diagnose eines Herzinfarkts, auch zur Vorbereitung der Koronarogafie, gehören zwingend diese Laboruntersuchungen:

Art der UntersuchungNormwertBedeutung
Creatinkinase CK50muskel-, aber nicht herzmuskelspezifisch
CK MB (muscle brain)0-25 U/lIsoenzym der CK, herz- und hirnspezifisch
Troponin< 0,4 mikrog/lherzmuskelspezifisch, Frühwert (ca. 2 h)
Blutbild
Hämoglobin (Blutfarbstoff)12-18 g/lAnämie-Abklärung
Hämatokrit37-54%hoch: Diuretikatherapie; niedrig: Blutung
Erythrozyten (Rote Blutköperchen)4,8-5,9 Mio/mikroLs.a. Hämatokrit. In großer Höhe steigt der Wert d. Anpassung
Leukozyten (weiße Blutkörperchen)4000-10.000/mikroLerhöht bei Entzündungen
Gerinnungswerte
Thrombozyten (Blutplättchen)150-400.000 /mikroLzur Kontrolle bei gerinnungshemmender Therapie und Nebenwirkungskontrolle
(aktivierte) partielle Thromboplastinzeit PTT25-36 secBewertung des Gerinnungssystems bei Heparinherapie oder Thrombolyse
weitere Werte
LDH135-220 U/lunspezifisch, geeignet zur Verlaufskontrolle

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