3. Oktober 2023

Neues zur Arteriosklerose-Behandlung

Die Arteriosklerose ist eine Allgemeinerkrankung und durch teils verkalkende Fetteinlagerungen (Plaque) in der Gefäßwand (Intima) gekennzeichnet. Ihre Entstehung ist vor allem geknüpft an das Vorhandensein eines erhöhten Cholesterins im Blut und dessen Transport über Eiweißkörper (Proteine: LDL) in Leber oder Gefäße. Seit langen besteht der Verdacht, dass diese Einlagerungen durch Entzündungsvorgänge aktiviert oder getriggert werden.

Immer wieder werden Untersuchungen berichtet, bei denen der Parameter der Entzündung, der sog. CRP-Wert, stark erhöht ist. Dies ist z.B. bei einer sog. rheumatoiden Arthritis der Fall, bei schmerzhafte Gelenkentzündungen z.B. der Hände vorliegen.

In einer neue Studie konnte nun nachgewiesen werden, dass bei solchen Patienten auch das Herzinfarkt-Risiko immerhin um das Doppelte erhöht sein kann. Verantwortlich könnten die sog. Zytokine sein, die auch bei einer Corona-Inflammation den sog. Zytokinsturm hervorrufen, der einen schweren, z.T. tödlichen Verlauf mit begründet.

Diese Stoffe können durch entzündungshemmende Medikamente bekämpft werden. Dabei ist interessant, dass ein Medikament zur Behandlung der Gicht, das Colchizin, mögliche entzündungshemmende Wirkung (NEJM 2019) entfaltet. Dieses Mittel war eine zeitlang zur Behandlung der Herzbeutelentzündung (Perikarditis)im Gespräch, doch haben entsprechende Studien keine Signifikanz erreicht. Auch bei einer SARS-Cov2-Infektion (Coronainfektion) wurde es angewendet, doch ebenfalls ohne sichere Signifikanz.

In der vorgestellten Studie aber scheint – neben andern antikörperbasierten Mitteln – Colchizin die Ereignisrate der KHK zu senken, auch wenn keine Arthritis vorliegt. Die Effektivität lag in der Studie bei 23%, ein KHK-Ereignis (z.B. Herzinfarkt) zu verhindern. Das würde eine hohe Wirksamkeit auch niedriger Dosen (0,5 mg/Tag) bedeuten.

Alle Befunde müssen allerdings in weiteren Studien geprüft und die Ergebnisse sollten reproduziert werden können.